KIPA - das Netzwerk Berliner Kinderpatenschaften e.V.


Unser Vorstand

Der Vorstand des Netzwerks seit dem 13.10.2018: Stefanie Corogil, Dr. Kerstin Falk, Florian Amoruso-Stenzel

 

Stefanie Corogil ist neu im Vorstandsteam. Sie leitet seit über zehn Jahren das Programm Hürdenspringer+ des UNIONHILFSWERK. Kerstin Falk ist Projektleiterin bei WIR GESTALTEN e.V.) und seit 2016 im Vorstand. Florian Amoruso-Stenzel arbeitet als Pädagogischer Leiter bei kein Abseits! e.V. und seit der Gründung des Netzwerks im Jahr 2012 Vorstandsmitglied.


Das Konzept Patenschaft und Mentoring

Eine Patenschaft ist eine längerfristig angelegte 1:1 Beziehung zwischen einem ehrenamtlich engagierten Erwachsenen (Patin/Pate) und einem Kind (Patenkind). In dieser sogenannten Tandembeziehung erfährt das Kind positive (Entwicklungs-) Förderung durch die Aufmerksamkeit, Unterstützung und Anregungen seiner Patin/seines Paten. Die/der Ehrenamtliche wiederum macht die positive Erfahrung der Teilhabe an der kindlichen Lebenswelt. In Berlin kümmern sich vielfältige Programme um die Gewinnung, Vorbereitung, Vermittlung und Begleitung solcher Patenschaften.

Historisches Mentoring

Als Odysseus beschloss an der Seite des griechischen Kriegsführers Agamemnon mit in den trojanischen Krieg zu ziehen, bat er Mentor die Erziehung seines Sohnes Telemachus zu übernehmen. Mentor war der Sohn von Alcimus van Ithaka, einem alten Freund von Odysseus.

Zu der Zeit war die Erziehung von Söhnen zu charaktervollen Kriegern Sache weiser Männer wie Mentor. Odysseus wählte ihn wegen seiner Kenntnisse, seiner Weisheit und Erfahrung. Odysseus meinte, dass diese Eigenschaften einen günstigen Einfluss auf die Erziehung seines Sohnes haben würden.

Mentor ist im zweiten Buch von Homers Odyssee der ältere Freund von Telemachus. In seiner Gestalt begleitet Athena den jungen Prinzen auf seiner Reise nach Pylos und Sparta. Mentor (oder Athena) steht Telemachus bei jeglicher schwierigen Situation mit Rat und Tat zur Seite. Er (sie) erzieht den jungen Prinzen mit sanfter Hand.

Gleichzeitig beschreibt Homer in seinem Buch Die Ilias eine ähnliche Beziehung zwischen Phoenix und Achilles. Nur ist Achilles eigensinnig und nicht dazu bereit, den guten Rat von Phoenix zu akzeptieren. Telemachus aber richtet sich nach Mentor und wächst auf zu einem selbstbewussten jungen Mann.

Modernes Mentoring

Die Geburtsstunde des ältesten institutionellen Mentoringprogramms war der Richterspruch von Ernest Coulter am 3. Dezember 1904 im Stadtteil Lower Manhatten in New York, USA. Statt einen straffällig gewordenen Jugendlichen zu einer Gefängnisstrafe zu verurteilen entschied der Richter dem Jungen könne nur wahrlich geholfen werden, wenn jemand gefunden würde, der auf ihn achtgeben und ihn auf den „richtigen“ Weg bringen würde - ein großer Bruder. Noch am selben Tag meldeten sich 39 Freiwillige, die zu den ersten Mitgliedern von Big Brothers New York wurden, der Vorläuferorganisation von Big Brothers Big Sisters - eins der weltweit bekanntesten und größten Patenschaftsprogramme. 1912 gab es die Organisation bereits in 26 Städten in den USA. Das Programm entwickelte sich mit starker staatlicher Unterstützung rapide weiter und 1998 gründete sich Big Brothers Big Sisters International. Heute gibt es dieses Programm auch in Deutschland.

Auch in Berlin gibt es seit den 90er Jahren Mentoring- bzw. Patenschafts-programme. Hier sind sie vor allem entstanden in Nachbarschaftshäusern, sozialen Vereinen und Universitäten durch das Engagement vieler einzelner Personen oder Vereine. Die Projekte haben unterschiedliche Schwerpunkte, jeweils auf die Belange eines bestimmten Stadtteils oder einer bestimmten Zielgruppe ausgerichtet.


Die Arbeitsgemeinschaften

Die Arbeitsgemeinschaften sind die Basis des Netzwerks. Teilweise ehrenamtlich, teilweise in die Arbeitszeit integriert, dienen die Zusammenkünfte zum Austausch von Arbeitsergebnissen und Erkenntnissen mit dem Ziel "das Rad nicht zwei Mal zu erfinden".

Von neuen Mitgliedern wird erwartet, sich in einer Arbeitsgemeinschaft aktiv zu beteiligen.


Unsere Gründungsgeschichte

Die Geschichte des Netzwerks begann Ende 2010. Auf Einladung der Bagfa (Servicestelle Patenschaften und Mentoring) fanden sich mehrere Patenschaftsprojekte regelmäßig zu einem Stammtisch zusammen. In erster Linie ging es dabei um den Erfahrungsaustausch: "Wie schult ihr die Ehrenamtlichen? Was tust du bei Konflikten innerhalb der Tandems? Wie sehen Austauschtreffen bei dir aus? usw. Schnell wurde aber klar, dass sich die vielen Projekte nicht nur in der inhaltlichen Arbeit sehr ähneln und von den Erfahrungen anderer profitieren können, sondern dass sie auch mit ähnlichen strukturellen Problemen zu kämpfen haben: zu wenig Geld, zu wenig Personal, zu wenig Zeit und Ressourcen für die Weiterentwicklung und der nachhaltigen Sicherung unserer Projekte.

Deshalb beschlossen wir, uns zusammen zu tun, um gemeinsam für die Stärkung der Patenschaftsszene in Berlin zu kämpfen. Durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising und die Bildung eines Sprachrohrs für die Belange von Trägern, Projektmachern und Tandems.

Vereinsgründungsversammlung des Netzwerks am 28.02.2012

v.l.n.r.: Bernd Schüler; Gloria Amoruso; Laura Bauer; Karin Rother, Ursula Klüber, Marietta Zille, Gudrun Lenski, Daniel Merdes,  Idil Efe, Ricarda Weller, Florian Stenzel

Vollversammlung des Netzwerks am 11.10.2018

Alle 36 Mitglieder mit Kontaktdaten sind hier zu finden.